„Herzlich Willkommen, Papst Benedikt XVI.“ 2011

Publiktion

„Ich glaube, ich spreche im Namen aller werdenden Theologen und
Theologinnen der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, wenn ich sage: Wir
freuen uns auf den Papstbesuch! Es wird für uns alle ein besonderes Erlebnis
werden, von dem wir noch Generationen nach uns erzählen werden – und alle
hoffen natürlich, dass sie den Papst aus nächster Nähe sehen werden.
Viele meiner Kommilitonen beschäftigen sich mit den Themen „Zölibat“ und
„Frauenordination“. Wir diskutieren, ob es möglich sein könnte, dass in Zukunft
die Priesterkandidaten des Collegium Borromaeum heiraten dürfen. Bei dem
Stichpunkt „Frauenordination“ gibt es sehr geteilte Meinungen. Viele sagen,
dass sie es sich nicht vorstellen können, dass es in der katholischen Kirche
jemals Priesterinnen geben werde. Auf der anderen Seite sind einige für eine
Erneuerung der katholischen Kirche und fänden diesen Schritt sehr gut. Doch
würde – und das ist allen klar – ein Problem aufkommen: Zwar mag
Deutschland für Frauen als Priesterinnen sowie die Aufhebung des Zölibats
bereit sein, doch wie sieht es mit anderen Ländern aus? Ist es kirchenrechtlich
überhaupt möglich, eine „Sonderregelung“ oder gar eine „Vorreiterrolle“ für
den deutschsprachigen Raum einzuführen?
Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von heute beschäftigen sich sehr
mit diesen Themen. In Sachen Frauenordination kann ich von meiner eigenen
Betroffenheit sprechen. Ich würde so gerne Priesterin in der katholischen
Kirche werden. Mit größter Überzeugung und ganzer Liebe zu Gott und zur
Kirche möchte ich diese Berufung leben und ausführen. Mein größter Wunsch
würde in Erfüllung gehen, wenn mir diese Möglichkeit geboten werden würde.
Doch ich weiß, dass dies alles in den Händen Gottes liegt und ich jede
Entscheidung seines Vertreters auf Erden für die richtige ansehen werde. Ich
bin gespannt, was uns zukünftig alles erwartet und was für Umbrüche es in
der katholischen Kirche geben wird. Und ich bin sehr gespannt, ob mein
Traum mit Gottes Hilfe vielleicht eines Tages wahr werden kann.“