Südkurier 03/2013

Pfullendorfer Theologiestudentin diskutiert bei „Beckmann“ über Papstwahl
21.03.2013

Pfullendorf – Jacqueline Straub studiert im sechsten Semester katholische Theologie in Freiburg und gibt als Berufswunsch „Priesterin in der katholischen Kirche“ an. Offen spricht sich die bekennende Katholikin für das Priesteramt für Frauen aus und erregt mit dieser Forderung seit geraumer Zeit das Interesse der Medien. Den Anfang machte vor zwei Jahren der SÜDKURIER und vor wenigen Tagen war die 22-Jährige zu Gast bei Reinhold Beckmann, Thema war die Wahl von Papst Franziskus.

Eine Stunde, nachdem Papst Franziskus gewählt ist, klingelt bei Jacqueline Straub, 22-jährige Studentin der Theologie, in ihrem Zimmer in Freiburg das Telefon: „Sie müssen bis morgen Abend in Hamburg sein, als Gast bei der Talkrunde von Reinhold Beckmann!“

18 Stunden später erreicht die Pfullendorferin die Hansestadt, fährt mit dem Taxi ins ARD-Studio Hamburg, wird geschminkt und erfährt 30 Minuten vor der Sendung die grobe Planung für die Talkrunde, bei der unter anderem Maria von Welser und Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung sich über die Papstwahl am Vortag unterhalten. „Was beeindruckt Sie am neuen Papst?“, lautet die Eingangsfrage an die junge Frau, die im sechsten Semester Theologie an der Freiburger Albert-Ludwigs-Universität studiert. „Seine Bescheidenheit. Er lebt, was er predigt“, antwortet Jacqueline Straub, ohne Spur von Nervosität.

„Ich will junge Leute für die Kirche begeistern“
„Das war eine nette Runde“, erzählt die junge Frau über ihren TV-Auftritt, die mit ihrem Berufswunsch, Priesterin in der katholischen Kirche zu werden, immer wieder in das Blickfeld der Medien gerät, seit der SÜDKURIER vor zwei Jahren erstmals über sie berichtete. Bei Beckmann wiederholt sie ihre Überzeugungen für das Priesteramt für Frauen und beeindruckt die Runde mit ihrer positiven Ausstrahlung und dem Eintreten für ihren Glauben und Kirche: „Es ist toll an Gott zu glauben!“ Nach der Sendung gab’s noch ein leckeres Essen und das Versprechen von Reinhold Beckmann: „Wir bleiben in Kontakt!“

Studentin schreibt für den Papst
Der Talkmaster hatte sie in die Sendung zur Papstwahl geholt, weil Jacqueline Straub in der ZDF-Dokumentation über „Jesus und die verschwundenen Frauen“ mitspielt, die am Ostersonntag ausgestrahlt wird. Darin wird die wichtige Rolle der Frauen in der frühchristlichen Kirche thematisiert und die 22-jährige Pfullendorferin mit ihrem Priesterwunsch als deren moderne Vertreterin vorgestellt. Sie begibt sich auf historische Spurensuche, die sie unter anderem ins antike Korinth zu einer Mitarbeiterin des Apostels Paulus führt.

Jacqueline Straub strebt weiterhin das Priesteramt an
„Ich will junge Leute für die Kirche begeistern“, betrachtet sich die Studentin nicht als Medienstar, sondern als Repräsentantin einer lebendigen Kirche, in der sie weiterhin das Priesteramt anstrebt. Auch nach dem jüngsten Talkshow-Auftritt erhielt sie viele positive Rückmeldungen. „Mach dein Ding! Das ist cool! Super“, konnte sie in etlichen E-Mails lesen. Bald beginnt wieder der universitäre Alltag für die sprachbegabte Frau, die unter anderem Hebräisch und Griechisch pauken muss.

Wenn alles glatt läuft und sie womöglich noch ein Auslandssemester einlegt, dann schließt Jacqueline Straub in drei bis 3,5 Jahren ihr Studium ab. Ob Papst Franziskus bis dahin das Priesteramt für Frauen durchgesetzt hat, ist eher unwahrscheinlich. Aber wenn, dann ist die Pfullendorferin eindeutig die Anwärterin auf die erste Weihe, davon sind auch die TV-Gäste von „Beckmann“ sicher überzeugt worden.

Die Dokumentation „Jesus und die verschwundenen Frauen – Vergessene Säulen des Christentums“ mit Jacqueline Straub ist am Ostermontag, 1..April, 19.30.Uhr im ZDF zu sehen.