Südkurier 08/2011

Pfullendorfer Studentin schreibt für den Papst

27.08.2011

Pfullendorf – Als „Helfer mit Herz“ ist Jacqueline Straub beim Besuch von Papst Benedikt XVI. im September in Freiburg im Einsatz, aber die Pfullendorfer Theologiestudentin wird dem Heiligen Vater noch viel näher kommen.
Sie ist dabei, wenn dem Papst ein besonderes Büchlein übergeben wird: „Freiburg begrüßt Benedikt XVI“. Freiburger Bürger wurden aufgefordert für den Besuch des Kirchenoberhauptes Beiträge für ein Buch zu verfassen, das vom amtierenden Oberbürgermeister Dieter Salomon und Ministerpräsident Winfried Kretschmann herausgegeben wird.

Jacqueline Straub, die im dritten Semester an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg studiert, beteiligte sich mit einem durchaus kritischen Kurzaufsatz über die Rolle der Frau in der Kirche und ihr Beitrag wurde von einer Jury ausgewählt. Sie erzählt darin, dass ihr Traumberuf Pfarrerin in der katholischen Kirche sei, der ihr mit Blick auf die Themen „Zölibat“ und „Frauenordination“ verwehrt bleiben werde, wobei es auch bei den Priesterkandidaten des Collegium Borromaeum durchaus geteilte Meinungen gebe, ob Priester künftig heiraten oder Frauen in der katholischen Kirche als Priesterinnen arbeiten dürfen. „Mein größter Wunsch würde in Erfüllung gehen, wenn mir diese Möglichkeit geboten werden würde“, schreibt sie dem obersten Kirchenführer.

„Wenn ich nicht eine gute Pfarrerin werden kann, dann werde ich eine sehr gute Pastoralreferentin“, sagt die junge Frau im Gespräch mit dem SÜDKURIER selbstbewusst, für die der Glaube seit der Jugend eine große Rolle spielt. Stark beeinflusst wurde sie dabei auch durch die Vorbilder der Stadtpfarrer Claudius Stoffel und Albert Eckstein, die ihr den Glauben nahe brachten. „Deshalb wurde ich mit 17 Jahren auch Ministrantin aus Überzeugung“, ergänzt Straub, dass sie am Staufer-Gymnasium durch den hervorragenden Religionsunterricht von Pastoralreferent Frank Scheifers und von Religionslehrer Bernhard Franz geprägt wurde.

Bis sie in einigen Jahren als Pastoralreferentin in einer eigenen Gemeinde angestellt wird, muss die 20-Jährige ein sehr arbeitsintensives und zeitaufaufwendiges Studium bewältigen, das mindestens zehn Semester dauert und sich dann im Anschluss drei Jahre als Pastoralassistentin in einer Gemeinde bewähren. Der Magisterstudiengang gliedert sich in die biblisch-historische Theologie sowie die systematische und praktische Theologie. Unabdingbares Rüstzeug ist die Kenntnis der Sprachen Latein, Hebräisch und Griechisch. „Eine Prüfung muss ich in Hebräisch ablegen“, ergänzt das Sprachtalent, dass ihr das Erlernen so genannter „toter“ Sprachen viel Spaß mache. Sollte sie die strengen Auswahlkriterien für ein Stipendium für ein Auslandssemester in Jerusalem bestehen, müsste sich noch Aramäisch lernen, die Sprache, in der Jesus vor 2000 Jahren im „Heiligen Land“ predigte.

Jetzt freut sich die sympathische junge Frau auf ihre erste Begegnung mit dem Papst und hofft nebenbei, dass auch möglichst viele Exemplare des Buches einen Käufer finden, das in einer großen Auflage vom Herder-Verlag gedruckt wurde. Nach dem Papstereignis konzentriert sie sich dann wieder auf das Studium in Freiburg, und hofft, dass es weiter so erfolgreich wie bisher verläuft, denn fast alle Prüfungen erledigte sie bravorös mit einer 1 vor dem Komma.

 

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